Gesetzes- und Verordnungstexte sind von teilweise hoher Komplexität geprägt. So verlangt die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Bestimmung der Formblätter nach § 46 Abs. 3 des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG-FormblattVwV 2008): “An den mit einem Stern gekennzeichneten Stellen der Versicherung des Erklärenden in Formblatt 3 Seite 4 Spiegelstrich 5 sind die Bedarfssätze nach § 12 Abs. 1 Nr. 1 des Gesetzes, nach § 12 Abs. 2 Nr. 2 und Abs. 3 in Verbindung mit § 13a Abs. 1 und Abs. 2 des Gesetzes, nach § 13 Abs. 1 Nr. 1 in Verbindung mit Abs. 2 Nr. 1 des Gesetzes und nach § 13 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 2 Nr. 2 und Abs. 3 in Verbindung mit § 13a Abs. 1 und Abs. 2 des Gesetzes nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz in der zu Beginn des Bewilligungszeitraums, für den Ausbildungsförderung beantragt wird, maßgeblichen Höhe einzusetzen.”
Bei genauerer Betrachtung lassen sich in Gesetzestexten Verweisnetzwerke zwischen Gesetzen, Paragraphen oder Absätzen feststellen. In der Arbeit soll untersucht werden ob die Eigenschaften dieses Netzwerks charakteristisch für bestimmte Klassen von Gesetzen und Verordnungen sein können.
Dazu sollen die online verfügbaren Gesetze und Verwaltungsvorschriften des Bundes (gegebenenfalls auch von Ländern) syntaktisch auf Verweise analysiert werden um sie als Netzwerke zu repräsentieren. Mit Hilfes des Werkzeugs SONIVIS sind geeignete Netzwerkmetriken zu ermitteln und zu überprüfen ob wie beschrieben aus den strukturellen Eigenschaften heraus Aussagen über die Art oder gar dem Inhalt der Vorschrift ableitbar sind. Die Resultate der Analyse sollen in einem Online-Dienst bereitgestellt werden.
Art der Arbeit: Studien- oder Bachelorarbeit
Voraussetzungen: Kenntnisse in einfacher Textextraktion, Netzwerken, Statistik
Betreuer: Prof. Robert Tolksdorf
Weitere Informationen: Sprechstundentermin bei Prof. Robert Tolksdorf nehmen